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Was ist los mit unseren Journalisten?

Dass Schüler für „Fridays for Future“ nun über Wochen die Schule schwänzen können, ohne dass Konsequenzen drohen, halte ich für bedenklich. Wenn es ihnen ernsthaft um die Sache ginge, bräuchte es dafür keine Regelbrüche. Das Schulschwänzen wäre längst vorbei, wenn die Medien die fragwürdige Aktion „Fridays for Future“ nicht künstlich promoten würden, weil sie es für eine gute Sache halten.

Seriöser Journalismus schlägt sich jedenfalls nicht auf eine Seite, andernfalls wird es zu Propaganda. Mit ihren ständigen Bildern von „Fridays for Future“ sind vor allem die Fernseh-Medien zu aktiven Unterstützern der Bewegung geworden und machen sich mit verantwortlich für das Schulschwänzen der Kinder.

Eine neutrale Berichterstattung über den Klimaschutz fehlt völlig: kein Wort dazu, dass das Elektroauto keine Lösung ist, weil es weit mehr CO2 verursacht. Totales Schweigen darüber, dass der effektivste deutsche Beitrag für den Klimaschutz wäre, unsere Kernkraftwerke weiter laufen ließen. Und auch kein Wort dazu, dass Klimaschutz auf nationaler Basis sinnloser Unfug ist, wenn sich die restliche Welt nicht drum schert und unsere Mühen mehr als konterkariert.

Diese einseitige Klimaschutz-Propaganda mag zwar der grünen Partei vorübergehend zu einem Höhenflug in den Umfragen verhelfen. Dafür widert sie mehr und mehr die Leser und Zuschauer an, weil der gesunde Menschenverstand in der Ideologie der Grünen schon lange nicht mehr vorkommt. Das scheint auf die Journalisten über gegangen zu sein, zum Schaden ihrer Medien.

Es lässt sich nämlich ziemlich einfach erklären, warum die Klimaschutz-Propaganda den Medien nicht gut tut. Dafür muss man nur zwei simple Fragen beantworten: wer sind die Leser der Presse und die Zuschauer im Fernsehen? Und wer von ihnen ist bereit dafür zu bezahlen? Warum wohl habe ich diesen Beitrag mit „Fridays for Future“ begonnen? Fällt der Groschen?

Mit der Klimaschutz-Propaganda erreichen die Medien zwar eher Jüngere. Aber welche Medien konsumieren die? Wer unter 25 hat heute noch eine Zeitung abonniert? Welche Jugendlichen sehen heute noch das öffentlich-rechtlichen Fernsehen an? Junge Leute nutzen längst zu ihrer Information und Unterhaltung die reichhaltigen Angebote im Internet, wo man selbst bestimmen kann, wann man was lesen oder ansehen will. Wer die moderne Technik beherrscht, bezahlt nur für das, was er konsumiert, sofern es überhaupt etwas kostet. Und er kann unter Millionen Quellen aus der ganzen Welt wählen. Vielleicht nicht alle, aber die meisten verstehen es schnell, schlechten und guten Journalismus zu unterscheiden.

Es sind die Älteren, die mit dem Internet nicht vertraut sind und die eher ihre Angewohnheiten beibehalten, die noch ein Zeitungs-Abo laufen haben und sich noch nach Sendezeiten im Fernsehen orientieren. Vor allem sie finanzieren unsere bisherigen Medien, die planlos der jungen Generation nachlaufen und sich einen Dreck um ihre treuen Kunden scheren.

Komischerweise haben die meisten Journalisten – aber auch Politiker! – noch nicht begriffen, dass die Internet-Generation nicht so funktioniert, wie uns grüne Aktivisten mit der inszenierten Bewegung „Friday for Future“ vormachen wollen. Welcher Anteil aller Schüler geht denn wirklich auf die Straße? Wieviele bleiben, wenn man die, die es nur des Schulschwänzens wegen tun, dann noch übrig? Ohne Schulschwänzen und die Präsenz des Fernsehens wäre „Fridays for Future“ bereits Vergangenheit. Dem grünen Unfug gehen nämlich weit weniger auf den Leim, als uns die Medien vorspielen.

Den Journalisten, die lieber für die gute Sache „Haltung zeigen“ als ihrem Job nachzugehen, will nicht in den Kopf, dass sie bei der jungen Generation nicht punkten. Gleichzeitig verprellen sie die ältere Generation, ihre treu zahlenden Kunden. Der gerade Weg in die eigene Bedeutungslosigkeit.

Liebe vergrünte Journalisten, fangt endlich an, die Dinge zu hinterfragen, bevor ihr jeden Unfug verbreitet. Letzten Endes erreicht ihr nur eines: ihr treibt eure treuen Leser und Zuschauer genau denen zu, die ihr gar nicht mögt: beispielsweise der AfD! Und ihr stärkt die Gegner des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, weil ihr die verärgert, die euch immer die Stange hielten. Ihr schaufelt gerade euer eigenes Grab. Die Internet-Generation vermisst das öffentlich-rechtliche Fernsehen sicherlich nicht.

Es wird Zeit, dass sich in den Medien die Spreu vom Weizen trennt und die – leider wenigen! – seriösen Journalisten die Deutungshoheit wieder zurück erlagen. Sie werden eine neue Medien-Kultur aufbauen. Früher hieß es: „Wer unter 40 nicht links ist, hat kein Herz; wer über 40 noch links ist, hat nichts verstanden.“. Man tausche einfach „links“ gegen „grün“, und schon ist der Satz wieder aktuell.

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