«

»

Warum nur folgt niemand unserer Energiewende?

Unsere Politiker werden nicht müde, die deutsche Energiewende als Erfolg und Vorbild für die restliche Welt zu preisen. Nur warum wollen andere Länder diesem tollen Vorbild nicht folgen? Statt dessen planen Japan und Indien neue Kohlekraftwerke in gewaltigen Ausmaßen. So sollen alleine die neuen japanischen und indischen Kohlekraftwerke einen zusätzlichen Kohlendioxid-Ausstoß von etwa 2,9 Mrd. Tonnen pro Jahr verursachen. Das wäre fast das 15-fache von dem, was unsere Energiewende nach den Vorstellungen unserer Politiker bis 2020 gegenüber 2013 einsparen soll, wie Fred Müller von Novo-Argumente in seinem Beitrag „Energiewende: Aisen spielt nicht mit“ erläutert.

In 2014 haben die regenerativen Energien zwar gut 27% des Stroms erzeugt. Die Wind- und Solarkraft war daran aber nur zu etwa 2/3 beteiligt. Der Rest kam aus Biomasse und Wasserkraft. Zudem musste ein großer Teil des unkontrollierbar entstehenden Wind- und Sonnenstroms ins Ausland verscherbelt werden, sodass die zwei unsteten Stromquellen effektiv wohl kaum 10% unseres Stroms lieferten. Vom gesamten deutschen Primärenergieverbrauch trugen die Wind- und Sonnenkraftwerke gar nur zu mickrigen 1,5% bzw. knapp 1% bei. Für diesen bescheidenen Beitrag haben wir trotzdem inzwischen rund 400Mrd. Euro (in etwas 5000 Euro je Bürger) ausgegeben und gleichzeitig unsere Umwelt ziemlich beschädigt.

Da sei an die Abwackprämie erinnert. Sie hat zu einem winzigen Bruchteil der Kosten vermutlich zu einer Reduktion der CO2-Emissionen in gewaltigem Ausmaß geführt, indem alte Autos durch Neue mit niedrigerem Spritverbrauch ersetzt wurden. Denn es braucht gerade mal eine durchschnittliche Reduktion des Spritverbrauchs von weniger als 10%, um die Energiemenge einzusparen, die uns all unsere Wind- und Solaranlagen erzeugen.

Quelle: AG Energiebilanzen e.V.: Energieverbrauch in Deutschland im Jahr 2014, Berlin, März 2015

2 Kommentare

  1. Hans Diehl

    Die folgen doch man muss es nur zur Kenntnis nehmen.
    Schauen Sie mal hier:
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/energiewende-lichtblick-und-wwf-studie-zur-stromerzeugung-a-1038092.html
    Zitat: Die deutsche Energiewende wird oft als Paradebeispiel des dämmernden Ökozeitalters genannt. Dabei sind die deutschen Bemühungen alles andere als einzigartig. Auch in vielen anderen Ländern versuchen Regierungen wegen der Erderwärmung, der Kernschmelze von Fukushima, wegen regionaler Umweltverheerungen oder einfach wegen der Gewinnaussichten das fossil-nukleare Zeitalter zu überwinden. Viele Länder sind dabei ebenso erfolgreich wie die Deutschen. Manche deutlich erfolgreicher.

    MfG

    Kommentar der Redaktion:
    Unbedingt auch die Kommentare unter dem Spiegel-Artikel dazu lesen. Dort findet sich bereits die wesentliche Kritik.

  2. Hans Diehl

    Kommentar der Redaktion:
    Unbedingt auch die Kommentare unter dem Spiegel-Artikel dazu lesen. Dort findet sich bereits die wesentliche Kritik.

    @Redaktion
    Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass offensichtlich doch nicht wenige unserer Energiewende folgen. Unterschiedliche Meinungen gibt es bei jeder Veränderung.

    MfG

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Menu Title