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Tesla präsentiert „Powerwall“

Tesla will in seiner großen „Gigafab“ für Akkus nicht nur die Stromspeicher für seine Autos herstellen. Man bietet nun auch Stromspeicher für das Haus an, die Tesla „Powerwall nennt. Wer eine Solaranlage besitzt, kann damit seinen überschüssigen Strom tagsüber in so einem Akkublock speichern und nachts wieder aus dem Akku holen. Für 3.500 US-Dollar soll die etwa 100 Kilogramm schwere Akkubox zu haben sein, die 10 Kilowattstunden Strom speichern kann. Allerdings darf die nur einmal die Woche genutzt werden („weekly cycle“). Für 3.000 Dollar bietet Tesla eine Version mit zwar nur 7kWh, dafür aber für täglichen Gebrauch („daily cycle“). Tesla verspricht eine erstaunlich lange Garantie von 10 Jahren. Die Leistung der Batterie ist jedoch auf 3,3kW „Peak“-Leistung und 2 kW Dauerleistung begrenzt, um das Akku zu schonen. Der Wirkungsgrad soll bei 92% liegen. Eigentlich ziemlich ordentliche Daten.

Wie sieht es aber mit den Speicherkosten aus? Sehen wir und das Akku für täglichen Gebrauch an:

Hält das Akku die versprochenen 10 Jahre bei „daily cycle“ durch, wenn wir es jeden Tag zu 100% landen und wieder entladen, würde es über seine Lebenszeit 3650 volle Ladezyklen mit je 7 kWh speichern, als 25.550 kWh in 10 Jahren. Bei einem geschätzten Preis von 3.500 Euro (inkl.MwSt.) wären das Kosten für die reine Abnutzung des Speichers von immerhin 13,7 Eurocent je Kilowattstunde gespeichertem Strom. Dies wäre der theoretisch günstigste Fall. Dieser ist aber in der Praxis kaum möglich, zumindest nicht in Verbindung mit einer Solaranlage.

Bei uns scheint die Sonne im Durchschnitt etwa zu 1550 Stunden im Jahr. Würde die Powerwall über diese 1550 Stunden stets mit voller Leistung – also 2 kW – geladen, ergäbe sich daraus eine theoretische Lademenge von 3.100 kWh über das Jahr. Nach nur etwas mehr als 3,5 Stunden Sonnenstunden wäre die Box aber bereits voll geladen. Der restliche Sonnenschein des Tages kann dann nicht mehr genutzt werden. Zudem gibt es bei uns reichlich Tage ganz ohne Sonnenschein, an denen gar keine Ladung statt findet. Die 1550 Sonnenstunden des Jahre können also nur zu einem Teil effektiv genutzt werden. Nehmen wir trotzdem an, dass die Box über das Jahr immerhin an 150 Tagen komplett geladen und über das restliche Jahr weitere 75 volle Ladungen erreicht (was einer Ausnutzung von 62% entspräche). Damit würde die Box 225 Ladungen * 7 kWh * 10 Jahre = 15.750 kWh über seine Lebensdauer von 10 Jahren speichern. Beim Preis von 3.500 Euro für das Akku ergäben sich daraus reine Speicherkosten von 22,2 Cent/kWh, wenn es ansonsten keine weiteren Kosten (Wartungskosten) für das Akku gäbe.

Zu den reinen Speicherkosten (aus der Abnutzung der Powerwall) kommen aber erst noch die Kosten für den Strom zum Laden des Akkus. Wegen der Speicherverluste (Wirkungsgrad=92%) müssen für eine nutzbare Kilowattstunde zuvor 1,09 Kilowattstunden Strom eingespeichert werden. Kostet der Strom 9 ct/kWh, müssen wir also Strom für rund 10 Cent einkaufen, macht zusammen mit unseren Speicherkosten dann 32 ct/kWh. Das ist mehr, als uns der Strom aus dem Netz kostet (von Nachtstromtarifen ganz abgesehen). Wo ist da der finanzielle Vorteil? Zuletzt trägt nämlich der Käufer des teuren Akkus auch noch das Risiko, dass das Akku am Ende keine 10 Jahre hält und es Tesla dann womöglich nicht mehr gibt?

Link zur Powerwall von Tesla: http://www.teslamotors.com/powerwall

 Text-Update am 07.05.2015

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