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Erneuerbare Energien: Kredite bergen exorbitante Finanzierungsrisiken

Gastbeitrag von Dipl.Kfm. Joachim Haedke, Geschäftsführer der Finanzierung.com GmbH:

Windenergie. Biogasanlagen. Erdwärme. Wasserkraft. Solarenergie. Alle jene erneuerbaren Energien sind zum Einen in aller Munde – und klingen zum Anderen auch gleich viel besser als etwas geradezu Bösartiges wie Kernenergie oder Kohlekraftwerk. So verwundert es kaum, dass die Politik sich in der Vergangenheit großzügig zeigte und diese umweltfreundlichen Techniken stark förderte. Allerdings ist es inzwischen schwierig geworden, lukrative Projekte von Geldgräbern zu unterscheiden. Denn jene staatlichen Förderungen sind seit Langem jedoch das einzige Gerüst der Finanzierung von Projekten der erneuerbaren Energie. Als weiterer Risikofaktor der Finanzierung dieser großvolumigen Projekte kommt hinzu, dass die Kalkulationen auffällig stark „schön gerechnet“ werden. Viele Projektierer, so zeigt die Vergangenheit, haben hier kaum Skrupel, die Zahlen in unrealistischem – und für sie selbst gutem – Licht erscheinen zu lassen. Auch sind die Projektierungskosten der Anlagen nicht selten als zu hoch zu betrachten. Obgleich die Förderung sukzessive abgeschmolzen wurde, sind die aktuellen Förderungen und Rahmenbedingungen nach wie vor attraktiv für Investoren.

In der Zwischenzeit kam es jedoch zu weiteren Problemen, die die Anlagen selbst betreffen: Oftmals benötigen die Projekte eine umfangreiche, technische Überarbeitung. Und dies bedeutet nichts anderes, als steigende Kosten. Und so steigt die Diskrepanz zwischen kalkulierten Kosten und Tatsächlichen abermals. Meist werden die errechneten Erträge darüber hinaus bei Weitem nicht erzielt. Diese Problematik tritt vor Allem bei zwei Erneuerbaren Energien auf: Bei Erzeugung elektrischer Energie durch Biomasse und Wind. Dies macht sich in einer sehr drastischen Zahl bemerkbar: In diesen zwei Bereichen musste eine exaltiert hohe Zahl von Insolvenzen verzeichnet werden. Dies ist auf den Umstand zurück zu führen, dass die Banken oftmals eine dringend benötigte Nachfinanzierung ablehnten – die Anlagen steuerten also mangels Liquidität unaufhaltsam in die Pleite. Nachdem die Anlage schlussendlich zahlungsunfähig geworden war, erfolgte ein Verkauf. Hierbei mussten herbe Abzüge des ursprünglichen Kaufpreises hingenommen werden. Denn nur weit unter dem ursprünglichen Kaufpreis konnten Käufer für die unrentablen, veralteten Anlagen gefunden werden. Die Folgen für Investoren liegen auf der Hand: Sie erleiden viel zu häufig einen Totalausfall ihres Investments. Doch damit nicht genug: Im Falle einer persönlichen Haftung, ist gar ihr gesamtes Privatvermögen in Gefahr. Ist dies nicht der Fall, ging der „schwarze Peter“ an die Kreditinstitute weiter. Die unangenehmen Ausfälle treffen dann sie.

Diese Menge von Pleiten macht deutlich: Projekte der Erneuerbaren Energien benötigen eine gute Kalkulation und vor Allem eine stabile Finanzierung, sodass es zu keinen Liquiditätsengpässen kommen kann, die dem gesamten Vorhaben das Genick brechen können. Zwar stehen die hohen Verdienste der Anlagenbauer und Projektierer in Diskrepanz zum Risiko der Investoren, die oftmals teures Lehrgeld zahlen mussten. Doch gerade, wenn man sich dieser Faktoren bewusst ist, und sich entsprechend rüstet, können böse Überraschungen für Investoren vermieden werden. Dipl.-Kfm. Joachim Haedke, Geschäftsführer von Finanzierung.com, rät also potenziellen Investoren von Erneuerbaren Energien: „Klären Sie bereits vorab alle riskanten Bereiche – manchmal ist kein Investment das beste Investment.“

Dipl.Kfm. Joachim Haedke

Geschäftsführer der Finanzierung.com GmbH, die die Seite www.finanzierung.com betreibt.

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