Stromspeicher sind keine Lösung

Regelmäßig heißt es, Stromspeicher könnten das Problem der Unstetigkeit der Stromerzeugung aus Wind und Sonne lösen. Nur wären sie heute noch zu teuer. So einfach ist es aber leider nicht. Denn auch die Kapazität jedes noch so großen Stromspeichers ist begrenzt. Irgendwann ist jeder Speicher leer. Gäbe es ansonsten keine Kraftwerke, die bei Flaute angeworfen werden könnten, wäre der große Blackout unvermeidlich. Mit der Größe des Stromspeichers könnte nur die Wahrscheinlichkeit eines solchen Blackouts verringert, aber nie ausgeschlossen werden.

Jeder Stromspeicher ist irgendwann leer

Wollte man die Gefahr eines großen Stromausfalls ausreichend gering halten, müsste man zuerst wissen, wie lange eine Periode ohne Wind und Sonne ausfallen könnte. Zwei Wochen, einen Monat oder noch viel mehr? Das weiß keiner. Speicher, die unseren Strombedarf für einen Monat vorhalten könnten, hätten eine gigantische Dimension. Sie wären weder bezahlbar noch irgendwie durchsetzbar.

Wir können uns diese Überlegung aber völlig sparen. Selbst für die Überbrückung nur einer Woche (fast) ohne Wind und Sonne – was häufig genug vor kommt – bräuchte es bereits Speicher einer Dimension, die nicht realisierbar sind. Stromspeicher sind aber aus einem ganz anderen Grund keine sinnvolle Lösung zur Überbrückung längerer sonnenloser Flauten.

Riesige Stromspeicher sind eine Ressourcenverschwendung

Eine ganz andere Überlegung hilft jedoch eher zu verstehen, weshalb große Stromspeicher der völlig falsche Ansatz sind. Solange der Sinn eines Stromspeichers dran liegt, Strom zwischen zu speichern, der ohne den Speicher verloren wäre und auf diese Weise den Energieverbrauch – oder den Verbrauch an Ressourcen – zu verringern, muss der Ressourcenverbrauch für die Erstellung des Stromspeichers gegenüber gestellt werden. Wir müssen uns überlegen, wie oft der Stromspeicher geladen und wieder entladen werden müsste, ehe er die Energiemenge durch Speichern eingespart hat, die seine Errichtung zuvor gekostet hat. Damit er das schaffen kann, muss er sehr häufig – also regelmäßig – be- und entladen werden. Riesige Stromspeicher, die den Strom nur vorhalten und nur sehr selten abgeben, um eine seltene, lange Phase ohne Wind und Sonne zu überbrücken, können das nicht erreichen. Sie blieben immer eine Energie- und Ressourcenverschwendung, weil sie nie mehr den für ihren Bau aufgewandten Ressourceneinsatz heraus holen. Ihr Bau wäre schon im Vornherein eine pure Verschwendung. Schon alleine deshalb verbieten sie sich für jeden ökonomisch und ökologisch Denkenden. Von der verbundenen Umweltzerstörung mal ganz abgesehen.

Warum Stromspeicher nicht zu bezahlen sind und woran deren Einsatz scheitert, dazu mehr Details und Musterrechnungen hier

Nur Schattenkraftwerke sind eine sinnvolle Lösung

Nur Schattenkraftwerke – also ein regelbarer Kraftwerkspark, der unseren gesamten Strombedarf liefern kann – können unbegrenzt lange sonnenlose Flauten bezahlbar und effizient überbrücken. Photovoltaik und Windkraft ersetzen kein regelbares Kraftwerk. Ein völliger Verzicht auf den Einsatz von Brennstoffen in der Stromerzeugung ist mit ihnen vorerst nicht möglich. Aber prinzipiell spräche nichts dagegen, die Schattenkraftwerke mit Biokraftstoffen zu befeuern.

Müssen die regelbaren Kraftwerke nur noch selten laufen, wäre es nicht undenkbar, sie eines Tages nur noch mit Brennstoffen zu betreiben, die regenerativ hergestellt werden. Beispielsweise Biomethan, das in Biogasanlagen oder aus überschüssigem Strom – auch Power-to-Gas genannt – erzeugt werden kann. Allerdings stehen auch hierfür erst mal die hohen Kosten im Weg. Es reicht eben nicht, dass eine Lösung rein technisch machbar ist. Sie muss auch finanzierbar sein.

Stromeinspeisung ohne Speicher-Photovoltaik

Anforderungen an einen Speicher

Wind und Sonne sind unstete Stromquellen. Das Wetter bestimmt, wann und wie viel Strom sie liefern. Dadurch können sie auch mal für viele Tage am Stück ausfallen. Die Ausfälle sollen langfristig mit Hilfe von Stromspeichern überbrückt werden. Man warte nur noch, bis solche Stromspeicher auch verfügbar wären. So einfach ist es aber leider nicht. Das …

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1 Kommentar

  1. Oliver Mühlhan

    Das mit den Schattenkraftwerken ist zunächst einmal richtig.
    Allerdings gilt für sie das gleiche wie unter „Riesige Stromspeicher sind eine Ressourcenverschwendung“ geschrieben: Auch ihre Erstellung kostet erstmal Ressourcen denen die mit ihnen bereit gestellte Energie gegenüber gestellt werden müsste. Bei Schattenkraftwerken die nur einige wenige Wochen im Jahr laufen, ist diese Rentabilität genausowenig gegeben.

    Aber ich finde den Denkansatz schon nicht ganz sinnvoll. Speichanlagen leisten (ebenso wie Schattenkraftwerke) eine Systemleistung, nämlich Versorgungssicherheit im Sonderfall. Dem Ressourceneinsatz (in Geld bewertet) muss daher gegenüber gestellt werden, was den Verbrauchern diese Sicherheit wert ist.

    In Versicherungen und Feuwehr wird auch investiert, auch wenn beide unter Umständen gar nicht zum EInsatz kommen (was ja der Idealfall wäre).

    In der Praxis wird es wohl zunehmend auf einen Mix herauslaufen aus:
    – Speichern
    – Backupkraftwerke (idealerweise alte abgeschriebene, bzw.mit möglichst niedrigen Fixkosten, als kalte Reserve)
    – Netzmanagement (Verschiebung von Erzeugung und Verbräuchen bis hin zu mehreren Tagen)
    – internationale Vernetzung und Ausgleich

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