Entwicklung der EEG-Umlage

Solange es das EEG in der heutigen Form gibt, kennen die Kosten für die Energiewende nur eine Richtung: die Energiewende wird mit dem Bau jeder weiteren regenerativen Stromerzeugungsanlage immer teurer. Diese Kostenexplosion kann nur gebremst werden, wenn keine weiteren Vergütungsgarantien mehr ausgegeben würden. Damit könnte aber lediglich ein weiteres Ansteigen der Zahlungsverpflichtungen (insbesondere der EEG-Umlage) verhindert werden. Denn jede nach dem EEG bereits zugesagte Förderung ist über 20 Jahre garantiert. Nachdem die ältesten Vergütungsgarantien erst 2000 begründet wurden, laufen vor 2020 keine Zahlungsverpflichtungen aus. Bis 2020 kann die EEG-Umlage also nur steigen; von vorübergehenden, kleinen Schwankungen abgesehen: das kleine Absinken der EEG-Umlage in 2015 entstand nur deshalb, weil sie im Vorjahr zu stark erhöht wurde.

Entwicklung EEG-Umlage

Entwicklung der EEG-Umlage. Beträge ohne (netto) und mit Mehrwertsteuer (brutto), die auf die EEG-Umlage anfällt.

Bis etwa 2009 hielten sich die Vergütungszusagen nach dem EEG in Grenzen. Die bis Ende 2009 begründeten Vergütungszusagen konnten noch mit einem Preisaufschlags auf den Strom von 1,34 Cent (inklusive MwSt.) je Kilowattstunde finanziert werden. Entsprechend fungierte das EEG bis 2009 noch eher wie eine Anschubfinanzierung. Mit der Zahl der Installationen von regenerativen Anlagen wurden diese besser und die günstiger. Hinzu kam zudem, dass aufgrund der Finanzkrise auch die Finanzierungskosten kräftig fielen. In Verbindung mit den über 20 Jahre garantierten, hohen Vergütungspreisen wurde der Bau regenerativer Stromerzeugungsanlagen dadurch zu einem hoch lukrativen Geschäft. Statt dem entstandenen Auswuchs dieses Geschäftsmodells mit einer angemessenen Reduktion der Vergütungssätze zu reagieren blieb die Politik untätig. So schoss der Bau neuer Wind-, Biogas- und vor allem Solaranlagen ab 2009 in die Höhe. Dementsprechend viele 20-jährige Zahlungsverpflichtungen wurden in den Folgejahren neu begründet und die EEG-Umlage schoss ab 2010 nach oben. Die überfällige Anpassung der Vergütungssätze an die neuen Bedingungen wurde immer häufiger angemahnt, aber die Politik mauerte. Nur so wäre zu verhindern gewesen, dass das EEG zu dem Monster wird, dem wir heute gegenüber stehen.

Der Großteil der 20 jährigen Vergütungsgarantien nach dem EEG ist somit erst durch den boom-artigem Zubau neuer EEG-Anlagen – vor allem von Solaranlagen – ab 2009 entstanden. In Folge schnellte die EEG-Umlage in nur fünf Jahren von 1,34 Cent auf 7,43 Cent (jeweils incl. MwSt.) in 2014. Diese jüngeren, gewaltigen Zahlungsverpflichtungen ab 2008 beginnen erst ab 2028 auszulaufen.

Die EEG-Umlage wird daher weiter steigen, solange weitere Anlage nach dem EEG gefördert werden. Bis 2020 kommen mit dem Bau neuer Anlage weitere Zahlungsverpflichtungen hinzu, ohne dass bestehende Verpflichtungen weg fallen, was die EEG-Umlage weiter nach oben treibt. Von 2020 bis 2028 fallen nur sehr wenige Verpflichtungen weg. Erst ab 2028 ist eine spürbare Reduktion der EEG-Umlage zu erwarten, sofern nicht weitere hinzu kämen – womit aber kaum zu rechnen ist.

Zusätzlicher Anstieg der EEG-Umlage durch fallende Börsenpreise für den Strom

Mit der Zusage neuer Vergütungsgarantien für neue Anlagen gesellt sich ein weiteres Problem hinzu, welches die EEG-Umlage auch für bestehende Anlagen ansteigen lässt: mit weiterem Zubau neuer Wind- und Solarkraftwerke wird noch mehr Strom ins Netz geflutet, sobald die Sonne scheint oder der Wind weht. Mit jeder zusätzlichen Anlage wird somit das Überangebot am Strommarkt noch schneller anschwellen und der Preis an der Strombörse schneller und tiefer fallen, weil es keine zusätzliche Nachfrage gibt. Zu dem Überangebot an Strom kommt es zwangsläufig, weil bereits die konventionellen Kraftwerke jederzeit alleine genügend Strom liefern können, weil sie das können müssen, wenn mal keine Sonne scheint und kein Wind weht.

Der Umstand, dass die Stromerzeugung aus Sonne und Wind nicht regelbar und nur schwer kalkulierbar ist, macht ihren Strom weitgehend wertlos. Bereits heute muss zeitweise sogar dafür bezahlt werden, dass der überschüssige Strom von jemandem abgenommen – und „entsorgt“ – wird. Es wird dann sogar zu negativen Strompreisen kommen. Insgesamt wird die Preisdifferenz zwischen der garantierten Vergütung und dem an der Börse erlösten Preis ansteigen. Auf diese Weise steigt dann auch die EEG-Umlage für bereits bestehende Anlagen, weil dann gleichzeitig der von ihnen gelieferte Strom wertloser wird.

So verursachen nicht nur die zusätzlich gebauten EEG-geförderten Anlagen neue, zusätzliche EEG-Umlagezahlungen. Dadurch dass sie zusätzlichen Strom liefern steigt gleichzeitig das Überangebot im Netz noch schneller an, sodass auch die EEG-Umlagen für die Altanlagen zu steigen droht, wenn auch der von ihnen gelieferte Strom noch wertloser wird. Weil es keine Aussicht auf eine Technologie gibt, die den überschüssigen Strom effizient nutzen könnte, gibt es bis auf Weiteres auch keine Hoffnung darauf, dass der Wertverfall des aus Sonne und Wind erzeugten Stroms aufgehalten werden kann.

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