↑ Zurück zu ENERGIEWENDE

Der Zielkonflikt in der Energiewende

Zwei ZIELE, die sich im Wege stehen

Die Energiewende verfolgt eigentlich zwei Ziele. Einerseits will man aus der Kernenergie aussteigen. Und gleichzeitig soll sie die Kohlendioxid-Emissionen reduzieren. Die Atomkraft ist aber die effizienteste CO2-freie Energie. Ihre Abschaltung läuft daher gegen das zweite Ziel der Energiewende, den sogenannten Klimaschutz. Hieraus ergibt sich ein Zielkonflikt, über den bisher in der Öffentlichkeit kaum geredet wird. Mehr über diesen Zielkonflikt hier.

Sieht man den Ausstieg aus der Kernenergie als das vorrangige Ziel der Energiewende, schließt man dadurch die effektivste CO2-freie Energiequelle aus. Die Energiewende sieht in den regenerativen Energiequellen den alleinige Königsweg zur Reduktion der CO2-Emissionen. Die regenerative Stromerzeugung soll nicht nur die Kernkraft, sondern auch die konventionellen Kraftwerke ersetzen. Die Nutzung fossiler Energieträger soll vermieden werden. Da die Verbrennung von Kohle besonders viel Kohlendioxid frei setzt, wollen Klimaschützer vorrangig Kohlekraftwerke still legen.

IDEE: aller Strom aus erneuerbaren Energiequellen

Rein theoretisch ist ein Umstieg auf eine rein regenerative Stromerzeugung durchaus denkbar. Einer praktischen Umsetzung dieser Idee stehen jedoch einige Hürden im Wege, deren Überwindung weit schwieriger ist, als anfangs gedacht. Manche Schwierigkeiten sind offensichtlich. Andere sind dagegen nicht sofort verständlich. Letztlich ist jede Problemlösung schlichtweg eine Frage der Kosten. Machbar ist vieles. Ihre Umsetzung ist am Ende immer eine Frage des Preises. Die Kosten entscheiden über Erfolg oder Scheitern einer Idee. Und das gilt auch für die Energiewende. Stehen hier Kosten und Nutzen in einem vernünftigen Verhältnis?

Um die Kosten der Energiewende richtig bestimmen zu können, müssen einem die Komplikationen bewusst sein, die ein Umstieg auf erneuerbare Energien mit sich bringt.

GRENZEN der erneuerbaren Energiequellen

WIND und SONNE: unstete Energiequellen

Wind und Sonnenschein sind unstete Energiequellen. Ob, wann und wie viel Energie Windkraft und Photovoltaik liefern, bestimmt alleine das Wetter. Die Stromerzeugung aus ihnen ist im voraus bestenfalls über wenige Tage planbar. Es braucht also eine Ersatz-Energiequelle, auf die man zurück greifen kann, wenn Wind und Sonnenschein aus bleiben. Große Stromspeicher werden hierfür als Lösung genannt. Doch jeder noch so große Stromspeicher ist irgendwann leer. Die Überwindung der Unstetigkeit von Wind- und Sonnestrom mit Hilfe von Stromspeichern bleibt daher eine Utopie. Nur sogenannte Schattenkraftwerke sind ein zuverlässiger, ökologisch und ökonomisch vertretbarer Ersatz (warum dem so ist, das wird hier erklärt). Daher kann die Wind- und Solarkraft kein einziges, herkömmliches Kraftwerk ersetzen, das den Strom aus der Verbrennung von Energieträgern erzeugt.

BIOMASSE: regenerativer Energieträger

Eine große Zukunft gehört der regenerativen Energiegewinnung aus Pflanzen. Die sogenannte Biomasse kann als regenerativer Brennstoff an sich jeden fossilen Energieträger ersetzen. Allerdings nur in begrenztem Maße. Der Anbau von Pflanzen als Brennstoff verbraucht Agrarfläche. Er steht somit in Konkurrenz zum Anbau unserer Feldfrüchte für die Ernährung von Mensch und Tier. Damit stehen nicht genügend regenerative Brennstoffe zur Verfügung.

Eine weitere Steigerung der Erzeugung von Biomasse ist bei uns in Deutschland aufgrund der fehlenden Agrarflächen nur noch in geringem Maße möglich. Zudem ist die Energie aus Biomasse um ein Vielfaches teurer als die fossilen Energieträger.

Wasserkraft, Geothermie und andere

Die Wasserkraft ist bei uns völlig ausgebaut. Von der Geothermie ist bei uns in Deutschland leider nicht viel zu erwarten.  Auch wenn es hier und da so dargestellt wird, als ob in der Geothermie die Zukunft läge, zweifle ich sehr daran, dass sie bei uns in Deutschland jemals bezahlbar wird, weil bei uns einfach die nötigen heißen und damit energiereichen Wasseradern im Boden fehlen. Auch von den restlichen erneuerbaren Energiequellen wie beispielsweise Wellenkraft ist nicht wirklich ein bedeutender Beitrag zu erwarten.

100% regenerative Stromerzeugung möglich, aber…

Die Stromerzeugung aus Biomasse kann in Deutschland leider nicht mehr stark gesteigert werden. Dagegen können wir die Nutzung von Wind und Sonne durchaus noch kräftig ausbauen. Beide Energiequellen sind jedoch wetterabhängig und ersetzen daher kein herkömmliches Kraftwerk. Je mehr Wind- und Sonnenstrom erzeugt wird, desto weniger Brennstoff verbraucht die Erzeugung des restlichen Stroms. Langfristig könnte sogar der Brennstoff für die Schattenkraftwerke regenerativ aus Pflanzen gewonnen werden, sodass dann eine regenerative Stromerzeugung zu 100% möglich wäre. Das ginge durchaus. Aber die Kosten dafür werden beträchtlich sein. Regenerativer Strom ist teuer und wird auch nicht billig werden. Da hilft auch kein schön-rechnen. All die Details dazu erklärt unverzerrt.de.

…was wird uns das kosten?

Der Ansatz zu 100% regenerativem Strom und die Logik dahinter sind sehr simpel. Und es ist an sich ebenso klar, dass das Ganze einen gewissen Preis hat. Die Energiewende mag dem Klimaschutz dienen. Aber wie viel kann und will unserer Gesellschaft dafür bezahlen? Mit dem Ausbau der regenerativen Energieerzeugung nehmen auch die Kollateralschäden an der Umwelt zu. Die Energiewende fordert auch Tribut von der unserer Umwelt, der sie doch eigentlich dienen sollte. Doch solange wir im Glauben sind, dass uns die Energiewende einen größeren Nutzen stiftet als sie uns und unserer Umwelt kostet, wird sie Unterstützung finden. Gerät diese Überzeugung ins Wanken, wird sie scheitern. Ob und wann die Stimmung kippt, hängt vorrangig von der weiteren Entwicklung des Strompreises ab. Das weiß auch die Politik.

Ignoranz in der Politik

Die Energiewende beherbergt zuletzt jedoch noch ein weiteres Problem: sie hat nichts mit Markt zu tun. Sie ist reine staatlich verordnete Regulierung. Eine Umgestaltung unserer Stromversorgung in eine Planwirtschaft, an der die Politik immer hektischer herum manipuliert. Kann sich die Vernunft nicht mehr gegen ideologisch getriebene Entscheidungen durchsetzen, ist ein Kollaps der Energiewende früher oder später nicht mehr zu verhindern. Werden die Fehler im Konzept der Energiewende weiterhin ausgeblendet, werden nicht nur die Kosten der Energiewende weiter anwachsen. Auch die Stabilität unserer Stromversorgung leidet schleichend darunter, weil der Kostendruck zu nimmt. Neben der De-Industriealisierung droht schließlich der große Blackout, der vermutlich genau dann kommt, wenn es am meisten schmerzt: an einem windarmen, grauen und kalten Wintertag. Spätestens dann wird das große „Zukunftsprojekt“ zur Geschichte. Es sei denn, man beginnt noch rechtzeitig, die Fehler an zu gehen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Menu Title