1. Wie das EEG funktioniert

Das Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG) war ursprünglich als reine Anschubfinanzierung für die seinerzeit (2000) noch jungen regenerativen Energien gedacht. Eine Zusicherung garantierter, hoher Abnahmepreise für den regenerativen Strom sollte den Bau erster Anlagen fördern.

Das EEG fördert den Bau regenerativer Stromerzeugungsanlagen dadurch, dass der von den Anlagen ins Netz gespeiste Strom mit einem sehr hohen, festen Abnahmepreis vergütetet wird. Dieser Festpreis wird dabei für 20 Jahre garantiert.

Da der Gesetzgeber verpasst hat, die sehr hohen Vergütungssätze für den Strom rechtzeitig an die jeweiligen Gegebenheiten anzupassen, ist das EEG inzwischen zu einem Förder-Dauerzustand geworden, der uns langsam sehr, sehr teuer zu stehen kommt.

Wie das EEG finanziert wird:

Finanziert wird die Förderung der erneuerbaren Energien über die sogenannte EEG-Umlage. All die zugesicherten Vergütungen für den regenerativen Strom werden aus dem Topf dieser EEG-Umlage ausgezahlt. Aufgebracht wird die EEG-Umlage indem ein einheitlicher Preisaufschlag auf jede verbrauchte Kilowattstunde Strom von allen Endverbrauchern in den Topf der EEG-Umlage einbezahlt wird. Diesen Preisaufschlag auf den Strompreis kennen wir ebenfalls unter der Bezeichnung „EEG-Umlage“. Die EEG-Umlage ist an sich aber die Gesamtheit aller Aufschläge auf den in Deutschland verbrauchten Strom.

Da die EEG-Umlage den Strom inzwischen stark verteuert, wurde für industrielle Großverbraucher, deren Konkurrenzfähigkeit durch einen zu hohen Strompreis gefährdet würde, eine Befreiung von dieser Umlage eingeführt.

Weil ständig neue regenerative Anlagen gebaut werden und die Höhe der EEG-Umlage im Voraus für das Jahr geschätzt wird, muss sie jedes Jahr neu ermittelt und entsprechend angehoben werden. Für das Jahr 2015 ist die EEG-Umlage mit 6,17 Cent je Kilowattstunde festgelegt. Sie ist damit das erste mal in ihrer Geschichte gefallen (von 6,24 Cent in 2014), weil sie für das Vorjahr etwas zu hoch geschätzt worden ist. Mit dem weiteren Zubau neuer regenerativer Anlagen wird sie in Zukunft aber weiter steigen.

Da auf den Strom die Mehrwertsteuer erhoben wird, verteuert sich auch die EEG-Umlage entsprechend. Sie verteuert unseren Strom daher aktuell sogar um 7,34 Cent.

Weitere Umlagen, die wir für die Energiewende bezahlen müssen:

Für die Finanzierung der Energiewende wurden in letzter Zeit weitere, neue Umlagen ins Leben gerufen. So gibt es nun auch eine „Offshore-Haftungsumlage“ für die Offshore-Windparks. Sie kostete uns 2014 weitere 0,25 Cent je Kilowattstunde Strom, oder 0,30 Cent inklusive der Mehrwertsteuer. Des weiteren gibt es nun eine §19-StromNEV-Umlage, eine KWK-Umlage und eine Abschalt-Umlage die zusammen nochmals letztes Jahr nochmals 0,28 Cent (bzw. 0,33 Cent inkl. MWSt.) ausmachen. Alle diese Umlagen für die Energiewende summierten sich 2014 auf 8,06 ct/kWh (inkl. MWSt.), was fast 28% des gesamten Strompreises entsprach.

Prozentuale Aufteilung des Strompreises, wenn genau 29 Cent je Kilowattstunde zu zahlen waren:

Über diese Umlagen hinaus verursacht die Energiewende auch noch weitere Kosten in der Stromübertragung und sogar auf Seiten der konventionellen Kraftwerke. Insbesondere die unsteten Energiequellen Wind und Sonne sind Verursacher weiterer Kosten die über das EEG zwar hervorgerufen aber nicht kompensiert werden.

…weiterlesen…

 

Quellen für obige Diagramme:

50hertz, Amperiion, Tennet, Transnet-BW: Prognose der EEG-Umlage 2015 nach AusglMechV, Prognosekonzept und Berechnung der Übertragungsnetzbetreiber, 15.10.2014: http://www.netztransparenz.de/de/file/20141015-Veroeffentlichung-EEG-Umlage-2015.pdf

BDEW Bundesverband der Energie- un Wasserwirtschaft e.V.: BDEW-Strompreisanalyse 2013: http://www.bdew.de/internet.nsf/id/123176ABDD9ECE5DC1257AA20040E368/$file/13%2005%2027%20BDEW_Strompreisanalyse_Mai%202013.pdf

GGEW: Strompreis 2014, Bensheim: http://www.ggew.de/getasset.php?asid=1377

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Menu Title