2. Was das EEG bereits kostet

Was kostet uns das EEG?

Kennt man seinen Stromverbrauch, lässt sich einfach errechnen, welche Zusatzbelastung aufgrund der EEG-Umlage entstehen. Für einen 1-personen-Haushalt wird im Durchschnitt ein jährlicher Stromverbrauch von 1.800 Kilowattstunden angenommen (deutlich mehr, sofern auch die Warmwasseraufbereitung mit Strom abläuft). Für ihn verursacht die EEG-Umlage in Höhe von 7,43 Cent (inkl. MWSt.) zusätzliche Kosten von 134 Euro im Jahr 2014. Ein 4-Personen-Haushalt, der im Durchschnitt mit einem Jahresstromverbrauch von 4.500 Kilowattstunden angenommen wird, muss über 330 Euro zusätzlich aufbringen.

Tabelle Belastung Haushalt über EEG-Umlage

Das EEG kostet jedem von uns deutlich mehr…

Durch das EEG wird aber nicht nur der im privaten Hauhalt verbrauchte Strom verteuert. Bis auf die wenigen Großverbraucher, die von der Umlage weitgehend befreit sind, müssen auch alle restlichen Unternehmen, Dienstleister und auch öffentliche Institutionen den Strom teurer einkaufen. Das verursacht zusätzliche Kosten, über höhere Preise der Produkte und Dienstleistungen an die Verbraucher weiter gegeben werden. Ebenso müssen die öffentlichen Institutionen ihre gesteigerten Stromkosten über höhere Abgaben und Steuern refinanzieren. Letzten Endes werden die gesamten Kosten, die durch die erneuerbaren Energien zusätzlich hervor gerufen werden, von den Verbrauchern getragen. Von wem auch sonst?

Nimmt man alle über den landesweiten Stromverbrauch anfallenden EEG-Umlagen zusammen und verteilt diesen deutschlandweiten EEG-Umlagebetrag gleichmäßig auf jeden Einwohner der Bevölkerung in Deutschland, ergibt sich der Betrag, der im Durchschnitt von jedem von uns über das EEG abkassiert und an die Betreiber der regenerativen Energieanlagen ausgeschüttet wird. Für 2014 dürfte das Ergebnis wie folgt aussehen: 23,6 Mrd. € / 81,9 Mio. Bürger = 288 Euro je Bürger (oder 1152 Euro je 4-köpfigem Haushalt)

EEG-Kosten_fuer_jeden_Einwohner

Letztlich darf sich damit jeder Bürger bereits 2014 auf eine Kostenbelastung von knapp 300 Euro durch das EEG einstellen. Wird allerdings nur die EEG-Umlage aus dem eigenen, privaten Stromverbrauchs berücksichtigt – wie es uns von den Protagonisten des EEG gerne vorgerechnet wird – erscheint die Förderung der regenerativen Energien weit günstiger, entsprechend unserer Rechnung ganz oben. Statt 288 Euro im Jahr hätte der 1-Personen-Haushalt dann nur Mehrkosten von rund 130 Euro. Noch interessanter wird die Rechnung für die Bewohner größerer Haushalte. Wird wieder nur der eigene Stromverbrauch des 4-Personen-Haushaltes als Grundlage herangezogen, würde jedes der vier Mitglieder im Haushalt nur noch mit etwa 84 Euro – statt 288 Euro – im Jahr belastet.

Von der rechnerischen Belastung von etwa 288 Euro pro Kopf im Jahr 2014 zahlen wir nämlich nur etwa 80-130 Euro über die private Stromrechnung. Den großen Rest der Kosten bringen wir auf, indem wir durch das EEG schlichtweg höhere Preise für unser Leben bezahlen müssen.

Wie trifft es den einzelnen Einwohner

Wenn das EEG jeden von uns im Jahr 2014 mit 288 Euro belastet und die Privathaushalte genau ein Drittel des Stroms verbrauchen, auf den die EEG-Umlage bezahlt wird, heißt das, dass ebenfalls nur ein Drittel des Betrags von 288 Euro – also 96 Euro – durchschnittlich über die Stromrechnung bezahlt werden. Und das kommt sehr gut hin: weil kleine Haushalte pro Person mehr Energie verbrauchen als große Haushalte, zahlt der 1-Personenhaushalt mit gut 130 Euro etwas mehr als der Durchschnitt. Dafür kommen die Mitglieder eines 4-Personen-Haushalts mit nur 84 Euro entsprechend günstiger davon.

Jedem von uns dürfte demnach die Förderung der regenerativen Stromerzeugung über das EEG schon jetzt (2014) in etwa 24 Euro im Monat kosten. Damit werden dann die Natur mit großen Windrädern und die roten Dächer in den Ortschaften mit schwarz glänzenden Panelen verziert. Aber der Verbrauch fossiler Energieträger konnte dadurch kaum reduziert werden. Freuen können sich nur die Betreiber der geförderten Anlagen, die sich über die gewaltige Umverteilung eine goldene Nase verdienen.

…weiterlesen… Die Befreiung der Großunternehmen vom EEG

 

Quellen:

(1) EnergieArgentrur.NRW: Wo im Haus bleibt der Strom. Düsseldorf 2011: http://www.energieagentur.nrw.de/_database/_data/datainfopool/erhebung_wo_bleibt_der_strom.pdf

(2) 50hertz Transmission GmbH, Amperion GmbH, TransnetBW GmbH, TenneT TSO GmbH: Prognose der EEG-Umlage 2014 nach AusglMechV. 15.10.2013: http://www.netztransparenz.de/de/file/Konzept_zur_Prognose_und_Berechnung_der_EEG-Umlage_2014_nach_AusglMechV.PDF

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