3. Die Befreiung von Unternehmen von der EEG-Umlage

Ohne die Befreiung vieler Großunternehmen würde die EEG-Umlage weit geringer ausfallen, wird immer wieder behauptet. Wie viel macht diese Befreiung denn wirklich aus?

Nach der Prognose der Übertragungsnetzbetreiber für die EEG-Umlage 2014 dürften die Unternehmen, die von der EEG-Umlage befreit sind, 2014 rund 22% des gesamten Stromaufkommens verbrauchen. Haben die Privathaushalte dann weiterhin einen Stromanteil wie im Jahr 2011, läge ihr Anteil bei 26%. Diese 26% wären ziemlich genau ein Drittel des nicht von der Umlage befreiten Stromverbrauchs (26% / 78% = 33% ); die anderen zwei Drittel des Stroms, auf den die EEG-Umlage zu zahlen wäre, wären nicht von den privaten Haushalten, sondern von Unternehmen, Gewerbe und der öffentlichen Hand verbraucht, die keine Befreiung genießen. Denn nur ein Teil der Unternehmen genießt die Befreiung. Bei allen Anderen verursacht die EEG-Umlage zusätzliche Stromkosten, die über höhere Preise an die Verbraucher weiter gegeben werden. Über diesen Umweg wird letztlich die gesamte EEG-Umlage am Ende vom Verbraucher bezahlt. Von wem auch sonst?

Da über die Stromrechnung der privaten Haushalte nur ein Drittel der kassierten EEG-Umlage bezahlt wird, wir aber die anderen zwei Drittel indirekt über höhere Preise und Gebühren aufbringen, zahlt jeder von uns letztlich in etwa das Dreifache von dem, was uns bereits über die Stromrechnung kassiert wird. Das wird von Politik und Medien aber übersehen oder verschwiegen.

Gäbe es die Befreiung von der EEG-Umlage für die Großunternehmen nicht, würde zwar die EEG-Umlage etwas niedriger ausfallen: exakt 4,87ct statt 6,24ct (oder 5,80ct statt 7,43ct inkl. MWSt.). Doch dann steigen die Kosten auch in den Großunternehmen, die dann nicht mehr von der Umlage befreit sind. Auch sie müssten dann die erhöhten Kosten an uns weiter geben, wodurch weitere Produkte für uns teurer würden. Wir zahlen dann zwar etwas weniger über die Stromrechnung. Diese Ersparnis stehen dann aber nochmals etwas höhere Preissteigerungen entgegen. Eine Reduzierung der Befreiung der Unternehmen von der EEG-Umlage verlagert somit nur die Kosten etwas. Bezahlt werden muss die EEG-Umlage am Ende gänzlich vom Volk.

Gäbe es die Befreiung von der EEG-Umlage nicht und würde es einem Unternehmen nicht gelingen, die Preise so anzuheben, um die Kosten aus der EEG-Umlage weiter zu reichen, schrumpft ihr Gewinn. Schlimmstenfalls gehen sie am Ende aufgrund der EEG-Umlage pleite, weil Produzenten im Ausland diese Kosten nicht haben. Die EEG-Umlage verteuert so den Standort Deulschland entsprechend. Sie reduziert somit ein mögliches Lohnerhöhungspotenzial, sodass die EEG-Umlage auch über geringere Lohnerhöhungen finanziert wird.

Quellen:

Die deutschen Übertragungsnetzbetreiber: Prognose der EEG-Umlage für 2014, 2014: http://www.netztransparenz.de/de/file/Konzept_zur_Prognose_und_Berechnung_der_EEG-Umlage_2014_nach_AusglMechV.PDF

BDEW: Stromverbrauch in Deutschland nach Verbrauchergruppen in 2002 und 2012:  http://www.bdew.de/internet.nsf/id/8B40B6C711A99D8DC12579F4003EB08B/$file/Netto-Stromverbrauch%20nach%20Verbrauchergruppen%20Vergleich%202002_2012%2030Aug2013%20o_jaehrlich_Ki.pdf

 

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