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Was UNS der produzierte Strom kostet

Auf dieser Seite erläutere ich Aufbau und Funktion der grundlegenden Diagramme.

Darstellung der Stromkosten für ein Strommix:

Beginnen wir mit einem vereinfachten Fall, der im Bild 1 unten dargestellt ist. Hier werden 10% des Stroms von Photovoltaik-Anlagen geliefert, 15% kommt aus Windkraft und der Rest von 75% aus fossilen Kraftwerken. Die Höhe der Balken gibt die Stromerzeugungskosten der jeweiligen Kraftwerksart wider. Die Breite der Balken steht für den Anteil am Strommix. Die Grafik von verwendet exemplarisch die Stromerzeugungskosten von 2014 (siehe auch hier):

Erklaerung Aufteilung Stromerzeugungskosten

Bild 1: Darstellung der Kosten aus dem jeweiligen Strommix. Hier 10% des Stroms aus Photovoltaik, 20% aus Windkraft und 75% aus einem Kraftwerksmix fossiler Kraftwerke (Mix aus 50% Braunkohle, 35% Steinkohle und 15% Gas)

Die regenerativen Stromerzeugungsanlagen erhalten einen einheitlichen Vergütungssatz für den gelieferten Strom, der sich einfach als Höhe eine einfarbigen Balkens darstellen lässt. Strom aus Sonne (gelb) ist mit über 32ct/kWh sehr teuer. Windstrom kostet schon weniger als 10ct/kWh (hellblau).

Im Gegensatz zu den regenerativen Stromerzeugungsanlagen erhalten fossile Kraftwerke keine fixe Vergütung. Die Stromerzeugungskosten der fossilen Kraftwerke müssen wir daher in drei Bestandteile aufschlüsseln. Zuerst einmal ist das Kraftwerk zu finanzieren, seine Anschaffung sowie alle Kosten aus seiner Bereithaltung; also die „fixen Kraftwerkskosten“ (dunkelblau), die auch dann anfallen, wenn es keinen Strom produziert. Produziert das Kraftwerk dann Strom, fallen zusätzlich „Kosten für Brennstoff“ (braun) an: je nach Kraftwerkstyp für Braun-, Steinkohle oder Erdgas. Zudem entstehen auch noch „Kosten für CO2-Zertifikate“ (dunkelgrau), die für die Emission von Kohlendioxid gekauft werden müssen. So kostet der Strom aus den fossilen, regelbaren Kraftwerken in Bild 1 etwa 7ct/kWh (was in etwa ein Strommix aus 50% Braun-, 35% Steinkohle und 15% Gas nahe kommt).

Erweiterung der Verteilungsbasis von Kostenanteilen

Die Unterteilung der Stromerzeugungskosten für die regelbaren Kraftwerke benötigen wir aber aus einem ganz anderen Grund. Wind- und Sonnenkraftwerke liefern nur zeitweise Strom, da sie vom Wetter abhängig sind. Sie können kein regelbares Kraftwerk ersetzen und sind auf das Vorhandensein von regelbaren, fossilen Kraftwerken als Schattenkraftwerke angewiesen (detaillierte Erklärung hier). Für eine korrekte Kostenaufteilung sind daher die fixen Kraftwerkskosten der regelbaren Kraftwerke auch auf die Stromproduktion der Kraftwerke zu verteilen, für die sie ihre Leistung bereit halten müssen. Die Basis der fixen Kraftwerkskosten erweitert sich in unserm Beispiel auf die gesamte Stromproduktion.

Erklaerung Stromerzeugungskosten Bild2

Bild 2: Exemplarische Erweiterung der Basis der fixen Kraftwerkskosten auf alle Kraftwerke, die auf das Vorhandensein der regelbaren Leistung angewiesen sind.

Zusammenstellung der durchschnittlichen Kosten für ein Strommix

Am Ende müssen wir als Stromkunde das erhaltene Strommix bezahlen, das wir nicht beeinflussen können. Wie sich die Kosten dieses Strommixes zusammen stellen, erhalten wir, indem wir die verschiedenen Teilkosten auf die gesamte Stromproduktion verteilen. Als Ergebnis erhalten wir den durchschnittlichen Preis für den bezogenen Strom, aufgeteilt in die einzelnen Verursacher der Kosten. Die vorherige Umverteilung der Fixkosten der regelbaren Kraftwerke von Bild 2 verändert an den gesamten Kosten nichts, weil sie am Ende sowieso zu bezahlen sind.

Erklaerung Stromerzeugungskosten Bild3

Bild 3: Darstellung der durchschnittlichen Kosten für ein Strommix.

Ein Kunde zahlt im Regelfall mehr als die Herstellung der Ware kostet. Schließlich wollen Hersteller und Händler auch etwas verdienen. Beim Strom haben wir es aber nicht mit einem echten Markt zu tun weil die Preise weitgehend reguliert sind. Damit das System trotzdem funktionieren kann, muss langfristig mindestens ein ganz kleiner Gewinn für Handel und Erzeuger vorhanden sein. Dieser dürfte aktuelle aber nicht hoch sein. Langfristig muss das System ohne Verlust funktionieren. Der Einfachheit halber nehmen wir zudem an, dass es auch keinen Gewinn gibt. So würde der Stromverbraucher am Ende nur genau die Stromerzeugungskosten bezahlen.

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