↑ Zurück zu Daten und Erläuterungen

Daten und Fakten

Auf dieser Seite finden Sie alle wichtigen Daten zur Energiewende, sowie Erläuterungen zu den Ermittlungsmethoden und Quellen, anhand derer unverzerrt.de zu seinen Daten kommt. Ergänzend diskutieren wir hier auch Quellen, die abweichende Daten angeben, um Ihnen ein möglichst uneingeschränktes Bild zu geben.

Important!

Um glaubwürdig zu erscheinen, reicht meist der Beleg durch eine Studie sowie der Hinweis auf entsprechende Quellen. Leider findet man heute aber für fast jede Behauptung irgendeine Studie, die – zumindest auf den ersten Blick – den gesuchten Beleg liefert. Kaum ein Institut ist aber wirklich unparteiisch, ganz besonders, wenn so gigantische Summen verteilt werden, wie bei der Energiewende.

Daher spielt es eine Rolle, woher die jeweiligen Zahlen kommen. Es ist unerlässlich, die Basis der Zahlen und die zu Grunde gelegten Annahmen zu überprüfen. Fehlen diese Angaben sogar ganz, können die gelieferten Ergebnisse als wertlos betrachtet werden.

 

Spezifische Daten fossiler Brennstoffe:

Die für die fossilen Brennstoffe verwendeten spezifischen Werte zeigt folgende Tabelle:

Bild 1: Spezifische Daten der fossilen Brennstoffe in der Stromerzeugung

HInweis: die Werte zu den Brennstoffkosten sind vom Umweltbundesamt bzw. dem Fraunhoferinstitut für solare Energiesysteme übernommen. Beide Institute dürfen als Protagonisten der erneuerbaren Energien angesehen werden, sodass die tatsächlichen Brennstoffkosten womöglich eher etwas niedriger ausfallen dürften.

Spezifische Daten fossiler Kraftwerke:

Auf Basis der Brennstoffdaten (Tabelle oben) ergeben sich die nachfolgend aufgelisteten Daten für die Stromerzeugung. Die Tabelle zeigt einerseits die Daten für den aktuellen Kraftwerkspark („Mittelwert, 2011„) und zusätzlich die Werte für einen Neubau des jeweiligen Kraftwerks mit moderner Technologie („Neubau„):

Daten fossile Kraftwerke

Bild 2: Spezifische Daten fossiler Kraftwerke von aktuellem Kraftwerkspark sowie Neubau

Hinweis: diese Tabelle zeigt die jeweilige CO2-Emisson pro erzeugter Kilowattstunde Strom, im Gegensatz zu Bild 1, das die spezifische CO2-Emission zeigt, die in Form frei gesetzte Wärme (Kilowattstunde an Wärme) bei Verbrennung des Energieträgers entsteht (Heizwert). Von dieser frei gesetzten Wärme kann das Kraftwerk nur den Anteil entsprechend seinem Wirkungsgrad in Strom verwandeln.

Für Klimaschützer ist der Brennstoff Kohle ein rotes Tuch, weil sie bei der Stromerzeugung etwa 2,5-mal mehr CO2 für die gleiche Energiemenge freisetzt wie beispielsweise die Stromerzeugung aus Erdgas (Tabelle in Bild 1). Die Verbrennung von Braunkohle vor Ort verursacht zudem nochmals rund 5% mehr CO2 gegenüber importierter Steinkohle (inklusive Transportverluste).

Einspar-Potenziale durch Erneuerung der fossilen Kraftwerke:

Allein in der Erneuerung alter fossiler Kraftwerke besteht ein gewaltiges Einspar-Potenzial. Durch die Erhöhung des Wirkungsgrades könnte der Verbrauch an Brennstoffen und damit die Kohlendioxid-Emission kräftig reduziert werden. Würden alle bestehenden Braunkohlekraftwerke durch Neubauten mit 50% Wirkungsgrad ersetzt, könnte der Brennstoff-Verbrauch um 24% reduziert werden:

CO-Einsparpotenzial fossile Kraftwerke

Bild 3: Einsparpotenzial ausgehend von 2014. Quellen für diese Tabelle sind obige Tabellen (errechnet aus den Werten von Bild 1 und 2)

Brennstoff-Kosten der fossilen Kraftwerke:

Solange die fossilen Kraftwerke weiterhin als Schattenkraftwerke gebraucht und betriebsbereit gehalten werden müssen, wird nur die Brennstoffkosten eingespart, wenn das Kraftwerk gedrosselt und der Strom stattdessen von einem regenerativen Kraftwerk geliefert wird. In 2014 dürften folgende Brennstoffkosten für die konventionelle Stromerzeugung angefallen sein:

Bild 4: In 2014 für die konventionelle Stromerzeugung angefallene Brennstoffkosten; zum Vergleich darunter die Kosten aus der EEG-Umlage für den Wind- und Sonnenstrom 1)Statistisches Bundesamt und Umweltbundesamt

Die Tabelle zeigt zum Vergleich die anteiligen Kosten aus der EEG-Umlage für den Wind- und Sonnenstrom. Für den Wind- und Sonnenstrom fallen aber noch weitere, hier nicht berücksichtigte, Kosten an (Folgekosten aus der Unstetigkeit sowie weitere Umalgen, z.B. Offshore-Umlage etc.).

Pimärenergieverbrauch in Deutschland:

Die Stromerzeugung ist nur mit 16,9% am Primärenergieverbrauch in Deutschland beteiligt. Mehr als 4/5 unseres Energieverbrauchs gehen verbrauchen Verkehr, Industrieproduktion und Wärmerzeugung. Die Wind- und Sonnenenergie produzierten in 2014 zwar 14,8% des Stroms, lieferten aber nur 2,5% unseres Primärenergieverbrauchs.

Bild 5: Stromerzeugung und Primärenergieverbrauch

Bild 5: Stromerzeugung und Primärenergieverbrauch

Bild 6: Auftelung des regenerativen Anteils am Primärenergieverbrauch

Bild 6: Auftelung des regenerativen Anteils am Primärenergieverbrauch

Wichtig: Primärenergie ist der Energieeinsatz. Die Energiequellen Sonne und Wind substituieren den Verbrauch fossiler Primärenergieträger. Dann interessiert die Nutzenergie, da sie entsprechend der Wirkungsgrade den Verbrauch fossiler Energie reduzieren. Für die Nutzenergie gibt es aber keine belastbaren Werte. Es ist daher zu beachten, dass die fossilen Energieträger nur entsprechend dem jeweiligen Gesamtwirkungsgrad an Nutzenergie beitragen. Dieser liegt in der Wärmegewinnung zwar nahe 100%, im Verkehr und der Stromerzeugung aber je nach Wärmenutzung (KWK) zwischen 25% und 60%. Da rund 50% der gesamten Nutzenergie Wärmenutzung ist, die im Durchschnitt mit nahezu 100% Wirkungsgrad gewonnen wird, fallen die niedrigen Wirkungsgrade auf die Verbleibende Energienutzung (Verkehr, Industrie und Strom). Setzt man für diese restliche Energienutzung einen Durchschnitt von 40% an, liegt der Gesamtwirkungsgrad über den Primärenergieverbrauch bei etwa 70%. Geht man von nur 66% Wirkungsgrad über den Gesamtenergeiverbrauch aus, substituert jede reine Nutzenergie 1/70% an Primärenergieverbrauch. Korrekt berechnet bedeutet das, dass die regenerativen Energiequellen Wind und Sonnen – für die es keinen Primärenergieeinsatz gibt – in 2014 etwa 3,75% Primärenergie substituiert hätten (statt 2,5% Anteil am Primärenergieverbrauch).

Sehen wir uns nur den regenerative Anteil am Primärenergieverbrauch an, so fällt auf, dass fast 70% der gesamten regenerativ erzeugten Energie aus Biomasse stammt. Pflanzliche Grundstoffe liefern Treibstoffe aber vor allem Wärme über die Verbrennung von Holz, Hackschnitzeln und anderen Bio-Reststoffen.

Kosten der Stromerzeugung

Die Kosten für die Stromerzeugung – auch Stromgestehungskosten genannt – umfassen nur die reine Erzeugung des Strom ohne die Kosten für Übertragung, Vertrieb und Abgaben. (Wichtig: die Stromgestehungskosten sagen nichts darüber aus, was der Strom am Markt wert ist, also ob der Strom auch auf Abruf bereit gestellt werden kann oder für die jederzeitige Verfügbarkeit weitere Kosten anfallen.)

Bild 2: Stromerzeugungskosten der verschiedenen Kraftwerke, mit Berücksichtigung der Kosten für Schattenkraftwerke. (Quellen: Die deutschen Stromnetzbetreiber, Institut für Energiewirtschaft und rationale Energie der Uni Stuttgart sowie BDEW; detaillierte Quellenangaben siehe ganz unten)

Bild 6: Stromerzeugungskosten der verschiedenen Kraftwerke, mit Berücksichtigung der Kosten für Schattenkraftwerke und CO2-Zertifikate

Für die Stromgestehungkosten werden vor allem für die erneuerbaren Energien breit streuende Zahlen genannt. Je nach dem, welche Annahmen für die Kostenermittlung zu Grunde gelegt werden, lassen sich die erneuerbaren Energiequellen recht günstig darstellen aber auch teuer rechnen.

Für die Stromgestehungskosten haben wir unten stehende Quellen herangezogen. Die ersten beiden Quellen werden häufig zitiert und dürften als den Erneuerbaren Energien nahe stehend angesehen werden. Die letzte Quelle ist eine Betrachtung aus technischer Sicht, aber die Zahlen sind älter.

1) Fraunhofer-Institut für solare Energiesysteme ISE (Hrsg.): Stromgestehungskosten erneuerbarer Energien, Studie November 2013, Freiburg, 2013

2) Umweltbundesamt: Daten und Fakten zu Braun- und Steinkohlen – Status quo und Perspektiven, Dessau-Roslau, August 2014

3) Universität Stuttgart, Institut für Energiewirtschaft und rationale Energieanwendung (Hrsg), A.Voß: Erzeugungskosten zur Bereitstellung elektrischer Energie von Kraftwerksoptionen 2015, Stuttgart, 2010

Kaum eine Studie zum Thema Energiewende ist frei von Ideologie. Es ist kaum zu übersehen, dass ein Großteil der Institute sich als Vertreter der Energiewende sehen. Daher spielt eine große Rolle, von wem die jeweiligen Zahlen kommen. Wirklich neutrale Quellen sind zu dem Thema leider rar. Es gilt also zu überprüfen, auf welcher Basis die Zahlen erstellt wurden. Fehlen die nötigen Angaben, sind die Zahlen wertlos. Das gilt natürlich auch für unsere Zahlen. Daher dieser Abschnitt, wie unverzerrt.de zu seinen Zahlen kommt.

Quellenangaben:

Bundesverband Braunkohle: Energie mit Strategie. Köln, 11/2013: http://www.braunkohle.de/index.php?article_id=98&fileName=energiemitstrategie_2013_web.pdf

Umweltbundesamt: Daten und Fakten zu Braun- und Steinkohlen, Dessau-Rosslau, 08/2014: https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/378/publikationen/hgp_braunkohle_korrigiert_final_30.10.2014.pdf

Umweltbundesamt: Entwicklung der spezifischen Kohlendioxid-Emissionen des deutschen Strommix in den Jahren 1990-2013. Dessau-Roßlau, 2014

Fraunhofer ISE: Stromgestehungskosten Erneuerbare Energien Studie 2013. Freiburg, 11/2013: http://www.ise.fraunhofer.de/de/veroeffentlichungen/veroeffentlichungen-pdf-dateien/studien-und-konzeptpapiere/studie-stromgestehungskosten-erneuerbare-energien.pdf (Brennstoffkosten für 2013 (Seite 15): Braunkohle: 0,16ct/kWh / Steinkohle 1,14ct/kWh / Erdgas: 2,87ct/kWh)

Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR): Reserven, Ressouczen und Verfügbarkeit von Energierohstoffen. Hannover, 12/2013: http://www.bgr.bund.de/DE/Themen/Energie/Downloads/Energiestudie_2013.pdf?__blob=publicationFile&v=5

AGEB Energiebilanzen e.V.: Energieverbrauch in Deutschland im Jahr 2014, Berlin, März 2015: http://www.ag-energiebilanzen.de/#ausw_10092014_05112014_ov

AGEB Energiebilanzen e.V.: Bruttostromerzeugung in Deutschland seit 1990, Berlin, Februar 2015: http://www.ag-energiebilanzen.de/index.php?article_id=29&fileName=20150227_brd_stromerzeugung1990-2014.pdf

Wikipedia zu Braunkohle: http://de.wikipedia.org/wiki/Braunkohle

Wikipedia zu Heizwerten: http://de.wikipedia.org/wiki/Heizwert

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Menu Title